Mozart der Musiklehrer

Das Wissen über Wolfgang Amadeus Mozart (1765-1791) ist bis heute nicht erschöpft: Wie die neuere Musikforschung herausgefunden hat, war Mozart nicht nur Komponist, sondern auch Musiklehrer.

Mozart unterrichtet seine SchülerInnen sowohl in Musiktheorie als auch im Klavierspiel. Obwohl Mozart eine ausgesprochene Abneigung gegen das Unterrichten als Musiklehrer hegte, tat er es, wahrscheinlich aus finanziellen Gründen, sein Verdienst lag pro Klavierstunde bei zwei Gulden, sein ganzes Leben und hatte zu einigen SchülerInnen eine besondere Beziehung: Seine erste Schülerin in Wien, Josepha Barbara Auernhammer (1758-1820) charakterisierte Mozart zwar als „Scheusal“, dennoch hielt er sie für ausgesprochen begabt, spielte mit ihr Klavierkonzerte und widmete ihr zahlreiche spätere Violinsonaten. Auernhammer arbeitete als eine der wenigen Frauen ihrer Zeit als Komponistin und Pianisten und gab regelmäßige Konzerte, u.a. im Wiener Burgtheater.

Johann Nepomuk Hummel (1778-1837) lebte als Schüler sogar jahrelang in Mozarts Familie. Hummel galt als Wunderkind und kam mit sieben Jahren in Mozarts Haus. 1787 gab er, unter Mozarts Leitung, sein Debüt in Dresden. Ab 1788 unternahm er Konzertreisen u.a. durch Dänemark und England, wurde Schüler von Antonio Salieri und Joseph Haydn, arbeitete als Hofkapellmeister in Eisenstadt und Weimar und unternahm weitere ausgedehnte Tourneen durch ganz Europa. Hummel schrieb in erster Linie Klaviermusik, sein Stil wird als Brücke zwischen Mozart und Frédéric Chopin beschrieben.

Thomas Attwood (1767-1838) gilt als Lieblingsschüler Mozarts. Er wurde in London geboren und kam 1785 zu Mozart, der ihn zum Komponisten ausbildete. Zurück in London wurde Attwood 1795 Organist der St. Paul’s Cathedral, arbeitete als Organist und Komponist für Georg IV. und setzte sich in England für die Rezeption der Werke Mozarts und Beethovens ein. Attwood schrieb zahlreiche Kirchenkompositionen und Opern, zu seinen wichtigsten Werken gehört der „Gipsy Dance“.

Zu den bekanntesten Mozart-Schülern zählt Franz Xaver Süßmayr (1766-1803). Süßmayr wurde in Schwanenestadt (Oberösterreich) geboren, zunächst von seinem Vater, einem Chorregent und Lehrer, unterrichtet und wirkte, in seiner Studienzeit in Kremsmünster, als Organist, Geiger und Sänger. Ab 1790 schließlich erhielt er Unterricht von Mozart und wurde bald, über die Schüler-Rolle hinaus, Mozarts musikalischer Assistent. Süßmayr bearbeitete beispielsweise die Rezitative in der Oper „La Clemenza di Tito“ und schloss nach Mozarts Tod das unvollendete Requiem ab. Die Vertrautheit Süßmayrs mit den Werken Mozarts ging dabei soweit, dass er nicht nur den Stil, sondern auch die Handschrift seines langjährigen Lehrers nachzuahmen wusste.
Die Liste der Mozart-SchülerInnen ist lang und bisher hat die historische Musikforschung nur einige ausfindig machen können. Mozart hat seinen SchülerInnen Werke gewidmet, ist mit ihnen aufgetreten, hat mit ihnen gelebt und gearbeitet. Auf viele SchülerInnen wirkte das Genie wohl stilbildend, einen unverkennbaren mozarttypischen Klang und Charakter haben sie in ihren Werken jedoch nicht entwickelt.

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